Archiv für Juli, 2008
Sechser in der Blattzeit
Hier der Abschussbericht eines weiteren Sechsers, den ich in der Blattzeit 2008 erlegen konnte. Der 3-4 jährige Bock kam etwa 10 Minuten nach einer längeren Blattserie. Er kam weder stürmisch noch besonders zielstrebig auf meinen Hochsitz zu, jedoch konnte ich eindeutig feststellen, dass er die Quelle der Blattlaute suchte.
Als er auf etwa 70m breit stand, schoss ich mit meiner bewährten 7×64 und dem 11,5g TIG Geschoss hinter das Blatt. Der Bock verendete nach kurzem Schlegeln am Anschuss. Die Wirkung der RWS Werksladung war mal wieder hervorragend, auch wenn der Schuss eigentlich etwas zu weit hinten saß. Der Bock stand doch schräger als ich gedacht hatte, wie ich beim Betrachten des Ausschusses feststellen musste.
Gerade im Waldrevier wie diesem bewährt sich das Blatten für mich sehr. Ich denke viele Böcke hätte ich ohne meinen Blatter nie zu Gesicht bekommen.
Zwei auf einen Streich
Neulich Abend konnte ich von meinem Hochsitz direkt vor mir eine Ricke mit zwei Kitzen beobachten. Ein toller Anblick! Später sah ich in einiger Entfernung, wie ein Sechser eine Ricke trieb. Ich schnappte mir mein Dreibein und pirschte näher ran. Ich hatte außer dem hohen Gras und Brennesseln keinerlei Deckung, doch hatte ich meinen Tarnanzug an, so dass ich mir wenig Sorgen machte gesehen zu werden. Der Bock hatte außerdem besseres zu tun als auf mich zu achten. So kam ich auf 80m heran und fiepte ein wenig. Der Bock verhoffte und ich ließ bei passender Gelegenheit das 11,5g Geschoss aus meiner auf dem Dreibein aufgelegten 7×64 fliegen. Der Bock verendete auf der Stelle. Es war genau 21h.
Ich wollte noch ein paar Minuten warten bevor ich zum Bock ging, da sah ich aus dem Augenwinkel eine Bewegung. Ein Spießer kam von der Seite direkt auf mich zu. Er musste das Fiepen vernommen haben und suchte nach dem Urheber. Der Knall schien ihn nicht im geringsten gestört zu haben. So ließ ich das Dreibein stehen und schoss auch den Spießer auf eine Entfernung von etwa 70m leicht spitz von vorn. Trotz – wie ich später feststellte – gutem Treffersitz, der Einschuss saß vor dem Blatt, der Ausschuss gegenüber etwa mittig auf dem Wildkörper, sprang der Bock ein paar mal auf und ab wie eine Gazelle, lief noch etwa 30m und tat sich dann nieder. Ich gab ihm etwas Zeit und versorgte zunächst das erste Stück. Als ich dann hinging war er bereits verendet.
Sechser im letzten Büchsenlicht
Für die letzte halbe Stunde Büchsenlicht wechselte ich noch einmal den Blattstand. Nachdem ich fünf Minuten still saß, ließ ich mit meinen Buttolo Gummiblatter die erste Strophe erklingen. Schon nach Sekunden hörte ich ein Stück Wild heranpreschen. Vorsichtig lugte ich über die Kanzelbrüstung uns sah direkt unter mir eine Ricke, die wohl nach ihrem Kitz Ausschau hielt. Sie lief unter meinem Hochsitz hin und her. Ich blieb still sitzen. Auf einmal sah ich noch ein weiteres Stück vor meinem Hochsitz. Ein kapitaler Sechser! Ich ging vorsichtig in Anschlag und schoss auf etwa 25m mit der 7×64, 11,5g TIG, hinters Blatt. Es war 21:45h. Der Bock zeichnete nicht und sprang sofort ab. Da das Unterholz sehr dicht war, konnte ich ihn nicht mehr sehen, aber ich hörte es in einiger Entfernung rascheln.
Am Anschuss war reichlich Schweiss und ich konnte der Schweissfährte im Licht meiner Taschenlampe ohne Hund folgen. Nach etwa 40m Fluchtstrecke fand ich den Bock, ein etwa 5-jähriger Sechser!
Spießer herangeblattet
Gestern Abend konnte ich einen jungen Spießer heranblatten. Nach ein paar Blattserien hörte ich es im Bestand rascheln und der Bock tauchte auf. Durch eine Lücke zwischen den Bäumen konnte ich schiessen (Kaliber 7×64, 11,5g TIG). Die Schussentfernung betrug 75m. Nach 40m Fluchtstrecke lag der Bock.
Sechser im Altholz
Ich saß in einer hohen Kanzel im Altholz, etwa 200m vom Waldrand entfernt. Der Sechser kam gegen 21.30h aus den Feldern zurück in den Bestand. Ob er auf mein Blatten kam oder zufällig, kann ich nicht genau sagen. Als ich ihn auf etwa 150m sah, fing ich vorsichtig an zu blatten. Der Bock blieb sofort stehen und lauschte. Dann fing er an einen großen Bogen zu schlagen um sich Wind von mir zu holen. Aufgrund des lichten Altholzbestandes konnte ich ihn dabei die ganze Zeit gut beobachten. Auf eine Entfernung von etwa 80m blieb er breit stehen, so dass ich schiessen konnte. Das 11,5g TIG Geschoss aus meiner 7×64 traf ihn hinter dem Blatt. Er machte noch einen Satz und blieb dann 2m vom Anschuss entfernt liegen.
Ein Sechser am Abend
Gestern Abend genoss ich nicht nur den herrlichen Ausblick über die Wiesen (siehe Foto), sondern konnte am späten Abend auch noch diesen Sechser strecken. Ich hatte ihn vom Hochsitz aus gesehen und angepirscht, kam jedoch wegen eines Grabens nicht nahe genug für einen Schuss heran. Da er bei einer Ricke stand, versuchte ich es mit dem Kitzfiep und siehe da, die Ricke kam stürmisch auf mich zugesprungen und mit ihr auch der Bock. Leider bekamen die beiden auf circa 30 m Wind von mir und sprangen ab. Wie so oft verhofften sie aber noch einmal auf circa 65 m und sicherten zurück. Da der Bock im hohen Gras stand und das Blatt dadurch verdeckt war, trug ich ihm vom Dreibein die Kugel an den Trägeransatz an. Der Bock lag im Knall. Es war 21:20h. Wie ich später am Stück feststellte, hatte die 7×64 (11,5g TIG) doch ein recht großes Loch gerissen.
Jährling im ersten Büchsenlicht
Heute morgen konnte ich im ersten Büchsenlicht um 04:54h diesen Jährling strecken.
Das Kaliber war 7×64 mit RWS Werksmunition 11,5g TIG. Die Schussentfernung betrug 60m, Fluchtstrecke 0m, der Bock lag im Knall. Kein Wunder bei dem Schluss, der einmal schräg durch die Kammer ging, wie auf den Fotos ersichtlich. Die Wildpretentwertung war trotzdem gleich null, so soll es sein!
Erfolgreicher Auftakt der Blattzeit 2008
Es war der erste Abend meines einwöchigen Jagdaufenthalts in Mecklenburg zur Blattzeit 2008.
Ich saß auf auf einem offenen Drückjagdbock, hinter mir ein etwa 300 m breiter Waldstreifen,vor mir eine lang gestreckte, etwa 200 m breite Wiese. Ich saß seit etwa eineinhalb Stunden und hatte schon gelegentlich mit meinem Buttolo Gummiblatter ein paar Töne verlauten lassen, als plötzlich nur etwa 10-15 Meter rechts neben mir einen Bock aus den Büschen auf die Freifläche trat. Da noch ein Graben zwischen ihm und der Wiese war, der nur auf Höhe meines Hochsitzes unterbrochen war, zog der Bock schnurstracks auf mich zu. Ich nahm sofort meinen Repetierer zur Hand und legte, so wenig Bewegungen wie möglich verursachend, auf der Brüstung meines Hochsitzes an. Durch mein sechsfaches Zielfernrohr erschienen der Bock bildfüllend. Da der Bock sehr nahe dran war, konnte ich nicht warten, dass er sich breitstellte, da jeden Moment die Gefahr bestand, dass er Wind von mir bekommen würde. So liess ich um 20:45 Uhr auf eine Entfernung von nur 8 m leicht schräg spitz von vorne fliegen. Den Bock warf es nach hinten um und er flüchtete wieder in die Buschgruppe aus der er gekommen war. Dort fand ich ihn nach nur 12 m Fluchstrecke verendet wenige Minuten später.
Das 11,5 g TIG Geschoss aus meiner 7×64 hatte den Bock der Länge nach durchschlagen. Der Einschluss lag links vom Träger am Schultergelenk. Der Ausschuss an der Innenseite der rechten Keule.
Ich fand es bemerkenswert, dass das weiche TIG Geschoss noch einen Ausschuss geliefert hat, obwohl es einmal den ganzen Wildkörper durchschlagen hat. Dass der Bock überhaupt noch flüchtete, lag sicher an der sehr geringen Schussdistanz und dem damit verbundenen lauten Knall, welcher das Wild auch dann noch zur panischen Flucht veranlasst, wenn längst lebenswichtige Organe zerstört sind.
Alles in allem ein sehrgelungener Auftakt meiner Bockjagdwoche!
