Archiv für July, 2009
Klappmesser taugen nichts
Ok, vielleicht eine etwas pauschalierende Überschrift, aber meine Erfahrung ist nunmal: Klappmesser sind dem jagdlichen Dauereinsatz nicht gewachsen. Ich habe inzwischen ein Herbertz-Klappmesser, ein Gator von Gerber und ein Folding Field Knife (welches immerhin über 200 Euro kostet) von Kershaw kaputtgemacht, spätestens nach ein paar Jahren waren sie alle hinüber. Manche mögen die Lebensdauer für angemessen halten, wenn ein 60 Euro Messer fünf oder meinetwegen auch zehn Jahre hält, aufs Jahr umgelegt ist das natürlich auch nicht viel, aber Messer mit feststehender Klinge sind ja auch nicht teuer und halten ewig.
In der vergangenen Woche habe ich beim Aufbrechen eines älteren Bockes das Gerber Gator kaputtgemacht.
Auf den Bildern ist das ersichtlich, oben ist der Griff kaputtgebogen.
Dadurch wird die Klinge nicht mehr zuverlässig offengehalten, wenn man mit Druck versucht das Schloss aufzuhebeln.
Erkenntnisse der diesjährigen Bockjagdwoche zur Blattzeit
Mein Fazit der Bockjagdwoche in Mecklenburg:
1. Ich war wieder sehr erfolgreich, sechs Böcke und einen Frischling bei zehn Ansitzen.
2. Das Geco 10,7g Teilmantelgeschoss im Kaliber 7×64 ist für die Jagd zu weich, es zerplatzt zu stark und reißt unnötig große Löcher.
3. Ich bin bei meinen Ansitzen abends deutlich erfolgreicher als morgens, obwohl ich jeweils gleich häufig ansitze. Dies bestätigt auch mein Jagdtagebuch. In der vergangenen Woche war ich nur an einem Morgen erfolgreich, aber bei jedem Abendansitz.
Über die letzen sechs Jahre gesehen (seit dem führe ich ein elektronisches Jagdtagebuch), habe ich 69 Prozent des von mir bei Ansitz oder Pirsch erlegten Schalenwildes am Abend geschossen und nur 31 Prozent am Morgen. Dieses Phänomen gilt es noch zu ergründen.
4. Es war zu früh für Blattaktivitäten, erst zum Ende der Woche ging die Blattzeit langsam los. An sich nicht erstaunlich, letztes Jahr war aber zur gleichen Zeit schon deutlich mehr los in Sachen Blattzeit.
5. Klappmesser (zumindest alle von mir getesteten) sind dem jagdlichen Dauereinsatz nicht gewachsen. Siehe hier.
6. Die Böcke sind sehr stark dieses Jahr. Wie ich auch schon in anderen Revieren gesehen habe, scheinen die Böcke vergleichsweise kapital zu sein dieses Jahr. In anderen Jahren habe ich nur kleine, dünnstangige Böcke mit geringer Perlung gesehen und geschossen, dieses Jahr schon drei kapitale Böcke erlegt und auch die übrigen waren eher stärkere Böcke, kaum kleine “Krauter”.
Nach einem Jahr …
Auf den Tag genau ein Jahr, nachdem ich am selben Ort schon einen Bock geschossen hatte, konnte ich gestern abend von der Kanzel im Buchenaltholz wieder einen Bock erlegen. Ich ging um halb acht in strömendem Regen auf den Sitz. Ich hatte ihn ehrlich gesagt vor allem gewählt, weil er besonders wasserdicht ist. Und ich erhoffte mir, dass es unter dem Blätterdach der hohen Buchen trockener sein würde als auf den Schneisen und ich daher dort eher Wild in Anblick bekommen würde. Ich sollte Recht bekommen.
Ich saß gerade erst 20 Minuten, da sah ich in einer Entfernung von gut 100m den Bock Richtung Feldkante ziehen. Schnell nahm ich den Hubertus Fiepblatter in den Mund und blies hinein in der Absicht einen Schmalrehfiep zu erzeugen. Ein paar äußerst schiefe Töne kamen heraus. Das Problem habe ich häufiger, dass die ersten Töne aus diesem Blatter total schief klingen. Das ändert sich manchmal von alleine, manchmal auch erst nach Verstellen der kleinen Stellschraube. Alles in allem kein sehr zufriedenstellender Blatter.
Das dachte wohl auch der Bock, erst blieb er stehen und lauschte, dann sprang er plötzlich ab in Richtung Feld. Dachte ich. Wie ich dann sah, jagte er einen Konkurrenten davon, einen jungen Bock, den ich garnicht bemerkt htte. Danach kam er zielstrebig auf mich zu. Er hatte sich durch die schiefen Töne wohl doch nicht abschrecken lassen. Auf etwa 40 Meter blieb er stehen, allerdings das Blatt durch einen Baum verdeckt. Ich wartete, dass er einen Schritt nach vorne machen würde, doch er blieb eine Minute wie angewurzelt stehen. Also fiepte ich noch einmal. Das wirkte. Er kam noch näher. Auf etwa 25 Meter blieb er wieder stehen, den vorderen Teil des Blattes aber schon wieder durch einen Baum verdeckt. Da ich nicht das Risiko eingehen wollte den Baum zu treffen, hielt ich kurz hinter dem Blatt an und schoss. Diesmal benutzte ich wieder das Geco Teilmantelgeschoss in der 7×64. Der Bock zeichnete deutlich und sprang ab in die Richtung aus der er gekommen war. Nach 20 Metern blieb er stehen, fing an zu wanken und fiel um. Es war erst fünf vor acht und ich hatte schon einen Bock geschossen. Gut, dass ich trotz des Regens rausgegangen war. Die Blattzeit scheint endlich richtig begonnen zu haben!
Der Ausschuss war schon wieder gewaltig und das Gescheide hing raus (siehe Bild). Dieses Teilmantelgeschoss gefällt mir immer weniger. E waren ja nur Rippen und Innereien in der Geschossbahn. Dafür zerlegt es sich viel zu stark und reisst riesen Löcher. Die Wirkung ist dann natürlich gut, aber das Geschoss ist zu weich. Ich werde es nicht mehr jagdlich verwenden und auf ein härteres umsteigen.
Neuen Hochsitz ausprobiert
Gestern abend saß ich erstmalig auf einem neuen Hochsitz an einem Wasserloch mit Malbaum und Salzleckstein, wo angeblich gerne die Sauen hinkommen, aber auch das Rotwild vorbeiwechselt auf dem Weg aus dem Einstand zum Feld. Um es vorweg zu nehmen, ich sah weder Sauen noch Rotwild, konnte aber einen Bock strecken.
Zuerst war es ruhig bis um fünf nach neun ein Schmalreh vorbeiwechselte. Da die “heisse Phase” gerade erst anfing und ich mir die Chancen auf Sauen, Rotwild oder einen Bock nicht nehmen wollte, liess ich es unbeschossen passieren
.
Kurz danach raschelte es geewaltig im Laub auf dem Wechsel, der zum Wasserloch führte. Sauen? Nein, zwei Dachse kappelten sich auf dem Wechsel, wohl Jungdachse beim spielen, und verschwanden dann wieder im Wald. Danach war erstmal Ruhe. Ich dachte schon es käme nichts mehr und wollte langsam zusammenpacken, da raschelte es wieder und vor mir stand, etwa 90m entfernt, ein Bock.
Da die offene Stelle im Bestand nur ein paar Meter breit ist und der Bock von mir weg zog, pfiff ich einmal kurz. Der Bock verhoffe breit und ich konnte ihm die Kugel auf das Blatt antragen.
Den Bock riss es um, er taumelte kurz nach rechts, sprang dann aber doch nach links ab, ein bisschen wie der erste Bock hier letzten Freitag. Da der Bock recht fit nach links absprang hatte ich trotz des deutlichen Zeichnens kurz Zweifel ob des Treffersitzes.
Am Anschuss konnte ich den Bock jedoch schon liegen sehen, er hatte es gerade noch zwischen die ersten Bäume geschaftt und war dort verendet. Der Einschuss saß auf dem Blatt, der Ausschuss etwas weiter vorne gegenüber. Ich hatte diesmal das 11,5g TIG Geschoss aus der 7×64 benutzt, meine letzte Patrone mit diesem Geschoss. Die Wirkung war absolut nicht zu beanstanden, auch die Wildpretentwertung für diesen Treffer akzeptabel.
Ich würde sagen, der neue Hochsitz ist gut!
Erster Bock ohne Ausschuss
Nachdem ich Sonntag abend und Montag nicht rausgehen konnte, war ich gestern wieder im Revier. Morgens war nicht viel los, aber abends hatte ich erst Rotwild vor (zwei Alttiere mit Kälbern) und habe später sogar noch einen Bock geschossen.
Ich saß auf einer Kanzel im Bestand, 70m von der Feldkante entfernt. Ich hatte diesen Sitz gewählt, weil ich in den Nähe Plätzstellen gefunden hatte und die Chance bestand, dass Rotwild in Anblick kommen würde. Dies hat sich ja auch bestätigt, nur war es nicht frei.
Gegen 21.30 stand dann plötzlich der Bock auf dem Weg und zog langsam Richtung Feldkante. Da der Bock sich weiter von mir entfernte und es durch die steigende Anzahl der zwischen uns liegenden Bäume daher immer schwerer wurde, den Bock in einer Lücke freizubekommen, ließ ich ein paar Töne aus dem Hubertus Fiepblatter erklingen. Doch die Reaktion erstaunte mich zunächst.
Zuerst dachte ich, der Bock würde abspringen, sah dann aber, dass er einen Bogen lief und wieder näher kam. Ich vermute er wollte sich Wind holen. So stand er plötzlich windabwärts von mir und zog in meine Richtung. Ich wusste ich musste handeln, oder er würde mich winden und abspringen. So ließ ich bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit, als das Blatt zwischen ein paar Bäumen kurz sichtbar wurde, die Kugel aus dem Lauf.
Das 10,7g Geco Teilmantelgeschoss traf den Bock gemäß Haltepunkt halbspitz vorne auf dem rechten Blatt. Einen Ausschuss gab es nicht! Das war das erste Mal bei ca. 75 von mir mit der 7×64 erlegten Rehen, dass ich keinen Ausschuss hatte. Ich habe immer weiche Geschosse wie das 8g KS, 10,5g TIG, 11,5g TIG von RWS und das 10,7g TM von Geco verwendet, einen Ausschuss hatte ich bisher immer. Klar, der Weg diagonal durch den Wildkörper ist lang, aber letztes Jahr hatte ich bei einem vergleichbaren Schuss mit dem 11,5g TIG auch Auschuss. Das Teilmantelgeschoss scheint aber so weich zu sein, dass es sich unter Energieabgabe fast komplett zerlegt und dann kein Ausschuss mehr erfolgt. Ich konnte leider keinen Geschossrest finden. Jedenfalls war das linke Innenfilet einmal mittig zerschitten, sei es durch einen Geschosssplitter oder den Restbolzen.
Auf den Fotos ist auch die großflächige Zerstörung der Rippen auf der Einschussseite zu erkennen, das Herz war kaputt, Lunge natürlich auch und das Zwerchfell durchtrennt. Dass der Bock damit keinen Meter mehr ging, war daher naheliegend.
Morgendliche Beute
Heute morgen saß ich zunächst auf einem Hochsitz am Waldrand an, nachdem dort nichts los war, bin ich dann pirschen gegangen. Nach etwa 20 Minuten, ich war gerade am Waldrand, raschelte es vor mir in den Brombeerbüschen. Ich ging sofort in die Hocke um mich klein und unauffällig zu machen (ich hatte aber natürlich auch Tarnkleidung an …), da kam auch schon eine Bache 10 Meter vor mir aus den Büschen. Hinter ihr etwa ein Dutzend Frischlinge sowie zwei weitere Bachen. Sie zuckelten vor mir den Hang hoch, als ich auf etwa 40 Meter auf einen verhoffenden Frischling zu Schuss kam. Er blieb sofort am Anschuss, zuckte noch etwa 20 Sekunden und war verendet. Es war 6.05h. Der Schuss ging auf dem Blatt rein und 10cm hinter dem Blatt auf der anderen Seite wieder raus.
Nach dem Bergen und Versorgen des Frischlings pirschte ich weiter. Nach einer Dreiviertelstunde konnte ich auf etwa 200 Meter einen Bock ausmachen. Ich sah sofort, dass es sich um einen kapitalen Bock handelte. Er stand im hohen Gras, so dass er schwer zu sehen war. Andererseits konnte er mich so auch schlechter eräugen, so dass ich ihn gut anpirschen konnte und auf eine Entfernung von ca. 90 Meter mein Dreibein hinter einem kleinen Busch aufbauen konnte. Als der Bock breit stand, schoss ich um 07.00h mit der 7×64. Das Teilmantelgeschoss fasste den Bock wieder etwas tief hinten, er lag aber nach 20 Meter Fluchtstrecke. Ein kapitaler Rehbock, ungerader Sechser, mit starker Perlung.
Bock ist tot, Bock ist tot, einen Bock den schiess ich gern …
… sechs Enden trägt sein Gehörn. Halali!
Nach dem sehr erfolreichen Auftakt konnte ich gestern abend konnte ich kurz vor Ende Büchsenlicht gegen 21.45 auf 120m einen weiteren Sechser erlegen. Ich hatte den ganzen Abend eine Ricke mit Kitz sowie zwei einzelne Kitze vor und konnte Böcke nur in großer Entfernung beobachten, als um viertel nach neun dieser Bock austrat. Er verschwand jedoch schnell wieder hinter einer Buschgruppe und liess sich auch von meinem Blattkonzert nicht beeindrucken. Es scheint noch zu früh zu sein dieses Jahr, die Blattzeit hat noch nicht richtig begonnen. Um viertel vor zehn stand er dann plötzlich wieder draussen. Ich hatte ihn schon vorher als alten Sechser angesprochen, so dass ich mich gleich fertig machte und schoss als er breitstand. Ich bin eher tief und etwas weit hinten abgekommen. Der Bock zeichnet deutlich und verschwand gekrümmt wieder hinter der Buschgruppe. Dort fand ich ihn kurz darauf verendet etwa 10m vom Anschuss entfernt.
Das Geco Teilmantelgeschoss scheint gewaltig aufgegangen zu sein, der Ausschuss ist riesig und das Gescheide hing halb raus.
Das fängt ja gut an!
Meine Bockjagdtage in Mecklenburg hatten einen fulminanten Start. Gestern abend fand der erste Ansitz statt und ich konnte noch vor Erreichen meines Hochsitzes einen starken Rehbock strecken.
Ich plante an einer langen Schneise im Wald anzusitzen, an der etwa alle 120-150 Meter ein Drückjagdbock steht. Ich wollte auf den zweiten Sitz, weil auf seiner Höhe auch noch eine Schneise im rechten Winkel abgeht, so dass man von dort ein größeres Sichfeld hat. So liess ich mich am oberen Ende der Schneise absetzen und pirschte runter zum ersten Hochsitz. Es war sehr schwül und um die 25 Grad warm. Als ich um die Ecke kam, sah ich schon mit bloßem Auge auf etwa 130m, kurz hinter dem zweiten Hochsitz, einen Bock stehen. Mein Fernglas war noch im Rucksack, so dass ich gleich durchs Zielfernrohr blickte und sah, dass es ein kapitaler Bock war. Daher stieg ich schnell und ohne meinen Rucksack auf den ersten Sitz. Der Bock stand breit auf der Schneise, also fackelte ich nicht lange, legte auf der Brüstung an und schoss. Das 10,7 Gramm Geco Teilmantel aus meiner 7×64 traf den Bock tiefblatt. Er machte einen Satz in die Luft und sprang dann nach rechts ab, wenige Sekunden später sah ich ihn aber schon wieder von rechts nach links über die Schneise zurücktaumeln und am linken Dickungsrand umfallen. Fluchtstrecke also etwa 10m, Entfernung vom Anschuss aber nur 3.
Da ich sehen konnte, wie der Bock taumelte und umfiel, wartete ich auch nicht lange und ging zum Bock. Vor mir lag ein starker Sechser, mit langen Enden, großen Dachrosen und ordentlicher Perlung! Es waren gerade mal fünf Minuten vergangen, seit ich das Auto verlassen hatte. Im weiteren Verlauf des Ansitzes – dann auf dem zweiten Hochsitz, bei dem der Bock lag – konnte ich neben weiterem Rehwild auch noch Rotwild und Sauen beobachten. Es scheint eine spannende Jagdwoche zu werden…
Ich bin dann mal weg
Zeitschriftenartikel zur Blattjagd
Ich habe zur Vorbereitung auf die nahende Blattzeit hierzu ein paar interessante Artikel aus den Jagdzeitschriften der letzten Jahre zusammengetragen:
Hubert Demmel lieferte in Wild und Hund 14/2006 eine Blattjagdrückblende in “Überraschungen im letzten Licht“. Burkhard Winsmann-Steins ging im gleichen Heft in “Blattjagd-Konzerte” der Frage nach, wie oft man blatten sollte.
Ein Bericht über die Blattjagd 2007 im DJZ Testrevier ist zu finden in dem Artikel “Aufs Blatt gesprungen“.
Kurzweilige Blattjagderlebnisse der WuH Redakteure sind im Artikel wenn “wilde Hunde” blatten aus Wild und Hund 14/2007 zu lesen. Einen Test verschiedener Blatter auf dem Markt liefert der Artikel “Verlockende Angebote” aus der selben Ausgabe.
Hier findet sich ein Artikel von Klaus Demmel zur Frage wo, wann und wie man blattet: “Den Roten locken“.
