Archiv für Juli, 2010

Sau und Bock

Dienstag, Juli 27, 2010
geschrieben von magnus

Heute morgen saß ich wieder auf der langen Schneise in der grünen Hölle.
Um viertel vor sechs raschelte es hinter mir im Bestand. Also legte ich schon mal die Waffe auf die Brüstung und wartete. Schon wechselte ein Überläuferkeiler über die Schneise. Ich konnte gerade noch halbspitz von hinten schiessen, bevor er auf der anderen Seite einwechseln konnte. Sofort sah ich Innereien aus dem Einschuss herausquellen, so dass ich wusste, dass ich gut getroffen hatte. Der Überläufer lief noch etwa 40 Meter in den Bestand hinein. Am Anschuss fand ich Leberstückchen. Schweiss war nicht auf der Fährte, aber ich konnte einfach dem Wechsel folgen und fand den Überläufer schnell. Der Ausschuss saß vor dem Blatt gegenüber, der Winkel war also recht spitz.

Nach dem ich die Sau aufgebrochen (Gewicht aufgebrochen 46kg) und zur Schneise gezogen hatte, setzte ich mich wieder auf meinen Hochsitz. Eigentlich rechnete ich nicht unbedingt mit erneutem Anlauf, nachdem ich durch das Bergen der Sau ein riesen Hallo im Wald verursacht hatte. Doch nach 20 Minuten wechselte plötzlich 30 Meter vor mir ein Böckchen über die Schneise. Ich pfiff ihn kurz an und schoss, als er verhoffte, aufs Blatt. Der Bock verendete im Knall. Ein geringer Jährlings-Spießer lag auf der Strecke.

Wie am Schnürchen

Montag, Juli 26, 2010
geschrieben von magnus

Heute früh ging’s wieder kurz und schmerzlos zur Sache. Da wir die bisherigen Erfolge mit dem einen oder anderen Glas gutem Whisky begossen hatten, hatten wir uns eine halbe Stunde Schlaf mehr gegönnt und waren erst um 4.30h aufgestanden. So war ich erst gegen 5.15 Uhr auf dem Hochsitz. Kaum hatte ich eine Viertelstunde gesessen, da sah ich einen dünnstangigen Sechser auf etwa 100 Meter, der sich zum Frühstück aus seinem Einstand hinaus ins nahe Feld schleichen wollte. Ich gab schnell ein paar Laute Rickenfiep ab und bekam auch eine Reaktion. Der Bock drehte bei und kam langsam in meine Richtung. Allerdings nur ein paar Schritt. Dann drehte er wieder ab. Leider war er von Bäumen verdeckt, so dass ich noch nicht schiessen konnte. Erneutes fiepen liess ihn auf 85 Meter stehen bleiben und in meine Richtung sichern. Diesmal stand er frei und auch einigermaßen breit. Also schickte ich ihm einen Gruss aus Springfield, woraufhin er augenblicklich down machte. Schon lag das siebte Reh nach nur sechs Ansitzen. Das läuft ja wie am Schnürchen. Waidmannsdank!

Bock und Schmalreh

Sonntag, Juli 25, 2010
geschrieben von magnus

Heute morgen saß ich auf einem Hochsitz an einer Wiese mitten im Wald. Schon früh trat ein Schmalreh aus und tat sich etwa 30 Meter vom Waldrand entfernt nieder. Gut dachte ich, jetzt habe ich einen Lockvogel.

Und tatsächlich, nach etwa einer Stunde trat kurz hinter dem Schmalreh ein Bock aus. Ich erkannte durch das Fernglas sofort, dass es sich um einen starken Sechser handelte, zwar nicht mit übermäßig langen Stangen, aber stark geperlt, und “knuffig”. Er zog langsam an der Waldkante entlang. Da mein Sitz nicht vollständig freigeschnitten war, wusste ich, dass er sich bald aus meinem Blickfeld entfernen würde. Daher musste ich schnell handeln.

Als der Bock breit stand, schoss ich. Er fiel sofort um, schlegelte nur noch kurz und war verendet. Die Entfernung hatte 65 Meter betragen.

Das Schmalreh, das auch nicht viel weiter entfernt war, lies sich durch den Schuss nicht im geringsten stören. Es stand nicht einmal auf. Also wartete ich.

Nach einer halben Stunde stand es dann doch auf und begann zu äsen. Als es breit stand, krümmte ich den Finger. Auch das Schmalreh verendete am Anschuss.

Alle guten Dinge sind drei

Samstag, Juli 24, 2010
geschrieben von magnus

Der Jagderfolg des heutigen Morgens setzte sich auch am Abend mit der Erlegung eines dritten Bockes fort. Da es regnete, setzte ich mich wieder auf den Hochsitz im Altholz an, den ich wegen seines Daches einerseits und der guten Einsehbarkeit des Bestandes anderseits bei Regen gerne aufsuche und der mir in der Vergangenheit auch schon des öfteren gute Erfolge beschert hat.

Kaum saß ich eine halbe Stunde, ging es auch schon los. Ein starker Sechser trat aus dem Buschwerk aus und zog in Richtung der nahen Feld-/Waldkante. Ich pfiff ihn kurz an, er verhoffte und ich schoss. Er zeichnete deutlich und flüchtete in die nahen Büsche. Ich hörte jedoch, dass er schon nach wenigen Metern zu Boden ging. So wartete ich nur kurz und ging dann zum Bock. Er hatte etwa 30 Meter Fluchtweg zurückgelegt, dann war er verendet. Die Schussentfernung hatte nur 35 Meter betragen. Fast an der selben Stelle hatte ich letztes Jahr auch schon einen Sechser geschossen. Und, es kommt noch besser, dies ist das dritte Jahr in Folge in dem ich von diesem Hochsitz am Abend des 24. Juli einen Bock geschossen habe.

Doppeltes Waidmannsheil am Morgen

Samstag, Juli 24, 2010
geschrieben von magnus

Schon auf dem Weg zur Kanzel stand heute morgen ein Bock auf dem Weg als ich um die Ecke kam. Ich war noch gar nicht fertig, mein Fernglas war noch im Rucksack. So ging ich wieder hinter die Wegbiegung, holte das Fernglas raus und zog meine Handschuhe an. Dann zog ich das Dreibein auf und stellte es hin. Jetzt konnte es losgehen. Ich legte die Waffe auf das Dreibein und wartete. Der Bock war 60 Meter entfernt. Erst äste er noch am Rand des Weges. Dann stellte er sich breit. Da er noch im hohen Gras stand, schoss ich mit dem KJG auf den Trägeransatz. Der Bock fiel im Knall. Es war genau 5 Uhr. Der Bock war ein junger Spießer mit starker Perlung und auf einer Seite einer gebogenen Stange.

Nach dem Versorgen des Bockes setzte ich mich auf eine Kanzel etwa 300m weiter. Ich fiepte ein wenig, doch ich sah nur ein Kitz. Daher zog ich gegen 6.30 noch ein Mal um auf einen anderen Sitz. Von hier aus hatte ich einen guten Weitblick. In einer Entfernung von etwa 250 Metern sah ich einen knallroten Bock in einer Wiese, den ich beschloss anzupirschen. Das ging gut, denn ich konnte die ganze Zeit an einem Graben entlangpirschen, der von Schilf und Brennesseln gesäumt war, die mir Sichtschutz gaben. so kam ich bis auf 65 an den Bock heran. Hinter einem Büschel Gräser baute ich das Dreibein auf und wartete. Der Bock zog sogar noch ein bisschen in meine Richtung und stellte sich breit. Als ich auf das Blatt schoss, fiel der Bock um, schlegelte noch kurz und war dann verendet. Wieder lag ein mehrjähriger Sechser.

Irre, ich habe bei zwei Ansitzen schon drei Böcke geschossen und das obwohl durch intensive Bejagung letztes Jahr und durch den harten Winter der Rehwildbestand hier schon deutlich abgenommen hat. Ich bin gespannt wie es weitergeht! Leider regnet es den ganzen Nachmittag schon in Strömen, ich werde heute abend trotzdem rausgehen und mir einen überdachten Hochsitz im Altholz suchen, aber ideal ist das Wetter nicht gerade. Es sei denn es reisst jetzt auf und die Sonne kommt noch mal kurz zum Vorschein, das wäre super. Aber laut Regenradar iPhone App sieht es derzeit nicht danach aus.

Die grüne Hölle

Freitag, Juli 23, 2010
geschrieben von magnus

Ich saß heute abend wieder an der langen Schneise, an der ich letztes Jahr schon meine Bockjagdwoche zur Blattzeit so erfolgreich begonnen hatte. Ich saß schon gegen 19h und fiepte ein Wenig. Nichts los. Nur ein dicker Dachs zog über die Schneise.
Gegen 20.30 trat dann auf etwa 100 Meter ein Bock aus und zog von mir weg. Ich fiepte kurz, woraufhin er umdrehte und zurückzog. Sein Interesse war allerdings nicht sehr groß. Als er breit stand, schoss ich mit dem KJG in .30-06 hinters Blatt. Im Schuss keilte er nach hinten aus und verschwand sofort im nahen Bestand. Nach ein paar Minuten ging ich zum Anschuss und fand dort Lungenschweiss. Daher wusste ich, dass er liegen würde. Links und rechts von Weg war allerdings die grüne Hölle, dichter Bestand, Büsche und feuchter Boden.

Ich wusste, dass ich in der Dämmerung keine Chance mehr haben würde, den Bock ohne Hund zu finden, daher ging ich sofort die Schweissspur aus. Es war gar nicht so einfach, ich hatte den Eindruck, dass der Bock wirklich kein Dickicht ausgelassen hatte, aber nach etwa 50 Metern durchs Gestrüpp wurde der Schweiss erst dunkler, dann stand ich vor meinem Bock, einem braven Sechser. Wieder einmal ein sehr erfolgreicher Auftakt! Vielleicht schiesse ich hier zukünftig lieber direkt aufs Blatt, damit die Böcke nicht noch so weit flüchten können.

Nachdem ich den Bock auf die Schneise gezogen hatte und unter dem Angriff der Mücken am Aufbrechen war, raschelte es 40 Meter vor mir im Gebüsch. Ich nahm sofort die Waffe, spannte sie und hockte mich hin. Da zog ein starker Bock mit weissen Enden auf die Schneise, sah mich aber sofort, stand leider auch windabwärts von mir, und sprang unter lautem Schrecken ab. Mist! Der Bock schreckte noch eine Stunde später tief im Bestand. Vielleicht setze ich mich auf ihn in den nächsten Tagen noch einmal an…

Blattjagd Rufmuster

Mittwoch, Juli 14, 2010
geschrieben von magnus

Ich habe gerade noch mal die Blattjagd DVD von Mikael Tham angesehen und ausgewertet.

Das dort verwendete Muster der Blattjagdtöne ist sehr ungewöhnlich und widerspricht teilweise “herkömmlichen” Anleitungen.

Hier die Empfehlung laut DVD:

Die gesamte Ansitzzeit pro Stand beträgt jeweils nur etwa 25 Minuten.

Man beginnt mit 3-4 Fieplauten,
dann 1-2 Minuten warten,
dann das ganze einige Male wiederholen,

dann 10-20 Sekunden abwechselnd Fiep- und Sprenglaute,
dann 1-2 Minuten Stille.

Dieses Muster wiederholt man etwa 10 Minuten lang.

Gegen Ende des Ansitzes wird alle zwei Minuten 10-20 Sekunden lang abwechselnd mit Sprengrufen und Angstgeschrei geblattet.

Jedoch wird die Dauer, Lautstärke und Pausen auch an die jeweiligen Gegebenheiten des Geländes angepasst. Je nachdem, wie lange ein Bock benötigt um anzuwechseln, soll geblattet werden.

Ich werde dieses Muster – zumindest auch – testen, wenn ich nächste Woche zur Blattjagd gehe. Mal sehen, ob ich die sehr positiven Erfahrungen der DVD reproduzieren kann. Jedenfalls habe ich mit dem
Nordik Roe Blatter schon viel geübt in den letzten Tagen.

Weitere Artikel zur Blattjagd

Montag, Juli 12, 2010
geschrieben von magnus

Letztes Jahr hatte ich schon ein paar Artikel zur anstehenden Blattjagd zusammengetragen. Dieses Jahr möchte ich noch einige weitere ergänzen:

Zunächst den Artikel “Werden Sie ein Teil der Brunft” von Erich Marek, der auch Autor des Sonderheftes “Blattjagd von A-Z” der Pirsch ist.

Wer sich zutraut mit einem Roggenhalm den Bock zu locken, sollte sich den Artikel “Mit dem Strohhalm den Bock locken” einmal näher ansehen. Angeblich ist es garnicht so schwer. Ich bleibe trotzdem bei meinen bewährten Blattern…

Ganz interessant ist auch der Artikel Blatten – wann und wie? von Hans-Joachim Duderstaedt.

Last but not least gibt es noch die Tipps zur Blattjagd.

In den nächsten Tagen geht es langsam los mit der Blattzeit, ich wünsche viel Erfolg und Waidmannsheil!