Archiv für die Kategorie ‘Jagdpraxis’
Wie heisst denn auf Jägerlatein die Hirschkuh…
… solche oder ähnliche Fragen habe ich tatsächlich schon manchmal gestellt bekommen.
Eine interessante Website, die klarstellt, dass Jägerlatein etwas anderes ist als Jägersprache und die die wichtigsten Begriffe der Jägersprache mit ihrer Bedeutung auflistet, findet sich hinter diesem Link.
Dort kann man z.B. nachschlagen, dass die Antwort auf die eigentlich gemeinte Frage, wie in der Jägersprache die Hirschkuh heißt, lautet: Tier (je nach Alter Schmaltier oder Alttier).
Schloss aufbrechen
Auch wenn heuzutage oftmals empfohlen wird zu ringeln, das Schloss also beim Aufbrechen noch nicht zu öffnen, um ein Austrocknen der Keulen zu verhindern, ziehe ich es vor immer noch vor, das Schloss gleich aufzubrechen.
Bei Rehwild – gerade jüngerem – geht das natürlich mit dem Jagdmesser (es sein denn es bricht kaputt, wie es mir bei Klappmessern schon ein paar mal passiert ist). Je größer und älter das Stück jedoch ist, desto schwerer fällt das Öffnen des Schlosses mit dem Messer.
Auf Drückjagden habe ich daher manchmal eine kleine Axt dabei um auch das Schloss von größerem Schalenwild aufbrechen zu können. Hierfür verwende ich eine Axt von Gerber. Sie ist nicht zu groß und schwer, aber absolut ausreichend um auch das Schloss eines großen Stückes Schwarz- oder Rotwildes knacken zu können. Das geht mit wenigen Hieben, wenn man nicht gerade danebenhackt, was gerade bei schlechten Lichtverhältnissen schon mal vorkommt. Sie hat einen gummierten Griff, so dass sie nicht aus der Hand rutscht. Für die Pirsch ist mir die Axt zu schwer, bei der Drückjagd muss ich jedoch meist nicht weit laufen, da macht das bisschen Mehrgewicht nichts aus. Außerdem hat sie noch ein kleines Backup-Messer im Griff, so etwas gefällt mir!
Gute Erfahrungen habe ich auch mit speziellen Aufbrechsägen gemacht, die einen T-förmigen Griff haben und darunter ein kurzes Sägeblatt, welches mit einem stumpfen Ende begrenzt wird, damit man nicht im Fleisch hängen bleibt.
Ich habe bisher zwei Fabrikate von Aufbrechsägen getestet, die Sagen Saw und die Gerber E-Z Saw.
Die Sagen Saw ist leider nicht rostfrei, so dass das Sägeblatt recht schnell rostet. Besser gefällt mir die Gerber, sie liegt bequemer in der Hand, die Sägezahnung ist besser und das Sägeblatt ist rostfrei. Und billiger als die Sagen ist sie auch noch.
Blockierter Lauf geplatzt
Hier sieht man, was passieren kann, wenn Schmutz oder Schnee den Lauf blockieren und der Gasdruck nicht entweichen kann. Besser einen Mündungsschutz verwenden, Finger von Latex-Handschuhen gehen ganz gut oder einfach Tesafilm, Isolierband oder Schusspflaster.
Klappmesser taugen nichts
Ok, vielleicht eine etwas pauschalierende Überschrift, aber meine Erfahrung ist nunmal: Klappmesser sind dem jagdlichen Dauereinsatz nicht gewachsen. Ich habe inzwischen ein Herbertz-Klappmesser, ein Gator von Gerber und ein Folding Field Knife (welches immerhin über 200 Euro kostet) von Kershaw kaputtgemacht, spätestens nach ein paar Jahren waren sie alle hinüber. Manche mögen die Lebensdauer für angemessen halten, wenn ein 60 Euro Messer fünf oder meinetwegen auch zehn Jahre hält, aufs Jahr umgelegt ist das natürlich auch nicht viel, aber Messer mit feststehender Klinge sind ja auch nicht teuer und halten ewig.
In der vergangenen Woche habe ich beim Aufbrechen eines älteren Bockes das Gerber Gator kaputtgemacht.
Auf den Bildern ist das ersichtlich, oben ist der Griff kaputtgebogen.
Dadurch wird die Klinge nicht mehr zuverlässig offengehalten, wenn man mit Druck versucht das Schloss aufzuhebeln.
Erkenntnisse der diesjährigen Bockjagdwoche zur Blattzeit
Mein Fazit der Bockjagdwoche in Mecklenburg:
1. Ich war wieder sehr erfolgreich, sechs Böcke und einen Frischling bei zehn Ansitzen.
2. Das Geco 10,7g Teilmantelgeschoss im Kaliber 7×64 ist für die Jagd zu weich, es zerplatzt zu stark und reißt unnötig große Löcher.
3. Ich bin bei meinen Ansitzen abends deutlich erfolgreicher als morgens, obwohl ich jeweils gleich häufig ansitze. Dies bestätigt auch mein Jagdtagebuch. In der vergangenen Woche war ich nur an einem Morgen erfolgreich, aber bei jedem Abendansitz.
Über die letzen sechs Jahre gesehen (seit dem führe ich ein elektronisches Jagdtagebuch), habe ich 69 Prozent des von mir bei Ansitz oder Pirsch erlegten Schalenwildes am Abend geschossen und nur 31 Prozent am Morgen. Dieses Phänomen gilt es noch zu ergründen.
4. Es war zu früh für Blattaktivitäten, erst zum Ende der Woche ging die Blattzeit langsam los. An sich nicht erstaunlich, letztes Jahr war aber zur gleichen Zeit schon deutlich mehr los in Sachen Blattzeit.
5. Klappmesser (zumindest alle von mir getesteten) sind dem jagdlichen Dauereinsatz nicht gewachsen. Siehe hier.
6. Die Böcke sind sehr stark dieses Jahr. Wie ich auch schon in anderen Revieren gesehen habe, scheinen die Böcke vergleichsweise kapital zu sein dieses Jahr. In anderen Jahren habe ich nur kleine, dünnstangige Böcke mit geringer Perlung gesehen und geschossen, dieses Jahr schon drei kapitale Böcke erlegt und auch die übrigen waren eher stärkere Böcke, kaum kleine “Krauter”.
Zeitschriftenartikel zur Blattjagd
Ich habe zur Vorbereitung auf die nahende Blattzeit hierzu ein paar interessante Artikel aus den Jagdzeitschriften der letzten Jahre zusammengetragen:
Hubert Demmel lieferte in Wild und Hund 14/2006 eine Blattjagdrückblende in “Überraschungen im letzten Licht“. Burkhard Winsmann-Steins ging im gleichen Heft in “Blattjagd-Konzerte” der Frage nach, wie oft man blatten sollte.
Ein Bericht über die Blattjagd 2007 im DJZ Testrevier ist zu finden in dem Artikel “Aufs Blatt gesprungen“.
Kurzweilige Blattjagderlebnisse der WuH Redakteure sind im Artikel wenn “wilde Hunde” blatten aus Wild und Hund 14/2007 zu lesen. Einen Test verschiedener Blatter auf dem Markt liefert der Artikel “Verlockende Angebote” aus der selben Ausgabe.
Hier findet sich ein Artikel von Klaus Demmel zur Frage wo, wann und wie man blattet: “Den Roten locken“.
Jagdgelegenheit gesucht
Ich suche Jagdgelegenheiten im norddeutschen Raum.
Dazu zählen für mich in die Bundesländer Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Also im Wesentlichen alles, was in zwei Autostunden von Berlin oder Hamburg erreicht werden kann.

Ich freue mich über jedes Angebot, sei es ein Einzelabschuss, eine Drückjagdeinladung, ein Begehungsschein oder was auch immer.
Ob für den Ansitz an der Kirrung bei Mondschein oder die eine Erntejagd am Mais oder Raps auf Schwarzwild, die Bockjagd, eine Bewegungsjagd oder einfach Ansitz oder Pirsch auf weibliches Rehwild, Damwild, Rotwild, Sauen oder Raubwild, alle Angebote sind willkommen. Ebenso natürlich Niederwildjagden z.B. Treibjagden auf Hasen und Fasanen, Taubenjagd, Ansitz am Enten- und Gänsestrich oder dergleichen.
Waidgerechte Jagd ist für mich selbstverständlich, Wildpretübernahme gerne möglich.
Ich bin am besten über dieses Kontaktformular zu erreichen:
Beinahe unbeabsichtigte Schussabgabe
Heute will darüber berichten, wie ich aus meiner Jagdbüchse beinahe einen unbeabsichtigten Schuss abgegeben hätte, was durchaus zu einem Jagdunfall hätte führen können. Ich war auf der Pirsch nach einem passenden Rehbock, als ich plötzlich rechts vor mir im Bestand Bewegung vernahm. Ein Bock. Er Bock hatte mich zuerst wahrgenommen und war schon am abspringen, jedoch in Richtung des Weges, auf dem ich unterwegs war. Ich blieb wie angewurzelt stehen, nahm meine 98er Repetierbüchse von der Schulter, entsicherte die Flügelsicherung und ging in den Anschlag, da ich hoffte der Bock würde noch einmal auf dem Weg verhoffen. Genauso geschah es auch, wie so oft blieb der Bock noch für eine Sekunde auf der Mitte des Weges stehen und sicherte zu mir herüber. Ich war etwa 50 Schritt von ihm entfernt, stach ein, brachte das Absehen 4 hinter dem Blatt zum Stillstand und drückte ab. Doch außer einem Klicken passierte nichts. Naja, außer dass der Bock, ein geringer Gabler, weiter absprang. Da ich mir plötzlich nicht mehr sicher war, ob ich wirklich eine Patrone in der Kammer oder noch unterladen hatte, hob ich den Kammerstengel und öffnete die Kammer. Im Nachhinein muss ich sagen zum Glück, denn es befand sich sehr wohl eine Patrone in der Kammer. Der Schuss hatte sich nicht gelöst, weil ich die Flügelsicherung in der Eile nicht ganz bis nach links unten geführt hatte, sondern die letzten Millimeter ausgelassen hatte. Dies war kaum sichtbar, daher hatte ich es in der Aufregung nicht bemerkt. Wie ich später feststellte, “hing” der Schuss an diesem letzten Millimeter. Hätte ich nach dem Abdrücken bemerkt, dass die Sicherung nicht vollständig umgelegt ist, und den Flügel komplett nach links unten gedrückt, hätte sich ein Schuss gelöst!! Zum Glück hatte ich den Fehler zunächst woanders vermutet und den Kammerstängel angehoben und somit die Waffe neu gespannt. Sonst wäre der Schuss unkontrolliert losgegangen.

Natürlich ist das ein Bedienfehler, aber gerade in der Eile kann das leicht mal passieren. Diesen Mechanismus konnte ich bei meinen beiden 98ern feststellen, so dass ich vemute, dass es bauartbedingt bei allen 98ern mit Flügelsicherung so sein wird. Seit dem achte ich immer darauf, die Flügelsicherung vollständig umzulegen.
Der extrem lange und gebogene Sicherungsflügel dieser Waffe begünstigte wohl auch diesen Vorfall.

Damit dies nicht mehr passieren kann und um das Zielfernrohr niedriger montieren zu können, erwäge ich die Umrüstung auf eine Recknagel Secura Dreistellungssicherung oder eine AS.H., Niesser oder Seehuber Handspannung.
Ich werde berichten …
