Krankes Schmalreh
Am Samstag Abend hatte ich mal wieder schon auf dem Weg zum Ansitz Erfolg. Der Pirschpfad zum Hochsitz führt etwa 300 Meter durch den Bestand, dann kommt man auf eine Wiese an deren Rand man noch etwa 50 Meter entlanggeht zum Hochsitz. Doch so weit kam ich diesmal garnicht. Als ich an den Waldrand kam, sah ich direkt ausserhalb des Bestandes, nur etwa 40 Meter vor mir, ein Schmalreh in der Sonne äsen. Es hatte wohl das Rascheln des trocknen Laubes vernommen, dass ich beim Gehen verursacht hatte, denn es sicherte zu mir zurück. Ich blieb regungslos stehen. Da das Schmalreh in der Sonne stand und ich im Schatten und da ich natürlich Realtree-Tarnkleidung trug, konnte es mich wohl nicht sehen. Der Wind stand auch günstig von links, so dass es nach ein paar Minuten weiteräste und ich mich bis zur letzten Eiche am Waldrand vorschleichen konnte.
An die Eiche angebackt wartete ich nun darauf, dass das Schmalreh sich breit stellte, denn einen texanischen Herzschuss spitz von hinten durch das Weidloch wollte ich nicht anbringen. Das Stück zog langsam weiter nach vorne, ohne mir jemals die Breitseite zu zeigen. Ich versuchte selbst ein paar Schritt zur Seite zu gehen und an einem großen Stein schräg vor mir anzubacken, doch das Rascheln der Blätter war zu laut und das Schmalreh sicherte schon wieder zu mir zurück, so dass ich zurück zur Eiche kam, weil mir das Risiko, dass es mich wahrnimmt und abspringt, zu groß war.
Irgendwann, nach dem ich mehrere Minuten im Anschlag gewartet hatte, machte das Stück mit den Vorderläufen einen kleinen Schritt nach rechts, so dass ich spitz von hinten hinter das Blatt schiessen konnte.
Das Stück machte auf der Stelle “down”. Der Einschuss des 19g TUG Geschosses aus der 9,3×62 saß rechts hinter dem Blatt und der Ausschuss vorne links neben dem Stich.
Das Stück war sehr abgekommen, man konnte die eingefallenen Flanken sehen, die Wirbelsäule stand deutlich hervor und der Spiegel war ganz verschmutzt. Insofern ein guter Hegeabschuss!
