Nach einem Jahr …
Auf den Tag genau ein Jahr, nachdem ich am selben Ort schon einen Bock geschossen hatte, konnte ich gestern abend von der Kanzel im Buchenaltholz wieder einen Bock erlegen. Ich ging um halb acht in strömendem Regen auf den Sitz. Ich hatte ihn ehrlich gesagt vor allem gewählt, weil er besonders wasserdicht ist. Und ich erhoffte mir, dass es unter dem Blätterdach der hohen Buchen trockener sein würde als auf den Schneisen und ich daher dort eher Wild in Anblick bekommen würde. Ich sollte Recht bekommen.
Ich saß gerade erst 20 Minuten, da sah ich in einer Entfernung von gut 100m den Bock Richtung Feldkante ziehen. Schnell nahm ich den Hubertus Fiepblatter in den Mund und blies hinein in der Absicht einen Schmalrehfiep zu erzeugen. Ein paar äußerst schiefe Töne kamen heraus. Das Problem habe ich häufiger, dass die ersten Töne aus diesem Blatter total schief klingen. Das ändert sich manchmal von alleine, manchmal auch erst nach Verstellen der kleinen Stellschraube. Alles in allem kein sehr zufriedenstellender Blatter.
Das dachte wohl auch der Bock, erst blieb er stehen und lauschte, dann sprang er plötzlich ab in Richtung Feld. Dachte ich. Wie ich dann sah, jagte er einen Konkurrenten davon, einen jungen Bock, den ich garnicht bemerkt htte. Danach kam er zielstrebig auf mich zu. Er hatte sich durch die schiefen Töne wohl doch nicht abschrecken lassen. Auf etwa 40 Meter blieb er stehen, allerdings das Blatt durch einen Baum verdeckt. Ich wartete, dass er einen Schritt nach vorne machen würde, doch er blieb eine Minute wie angewurzelt stehen. Also fiepte ich noch einmal. Das wirkte. Er kam noch näher. Auf etwa 25 Meter blieb er wieder stehen, den vorderen Teil des Blattes aber schon wieder durch einen Baum verdeckt. Da ich nicht das Risiko eingehen wollte den Baum zu treffen, hielt ich kurz hinter dem Blatt an und schoss. Diesmal benutzte ich wieder das Geco Teilmantelgeschoss in der 7×64. Der Bock zeichnete deutlich und sprang ab in die Richtung aus der er gekommen war. Nach 20 Metern blieb er stehen, fing an zu wanken und fiel um. Es war erst fünf vor acht und ich hatte schon einen Bock geschossen. Gut, dass ich trotz des Regens rausgegangen war. Die Blattzeit scheint endlich richtig begonnen zu haben!
Der Ausschuss war schon wieder gewaltig und das Gescheide hing raus (siehe Bild). Dieses Teilmantelgeschoss gefällt mir immer weniger. E waren ja nur Rippen und Innereien in der Geschossbahn. Dafür zerlegt es sich viel zu stark und reisst riesen Löcher. Die Wirkung ist dann natürlich gut, aber das Geschoss ist zu weich. Ich werde es nicht mehr jagdlich verwenden und auf ein härteres umsteigen.

[...] anderseits bei Regen gerne aufsuche und der mir in der Vergangenheit auch schon des Öfteren gute Erfolge beschert [...]