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Merkel RX Helix
Nachdem Blaser mit der R8 vorgelegt hat, bringt jetzt auch Merkel einen neuen Geradezugrepetierer auf den Markt, die RX.Helix.
Hier ist ein Video, auf dem die RX Helix in Aktion zu sehen ist:
Interessant finde ich, dass es sich um ein geschlossenes System handelt, beim Repetieren hinten also nichts herauskommt. Der Repetiervorgang bei der RX Helix findet mit einer Übersetzung statt, so dass der Repetierweg um die Hälfte verkürzt ist.Wie auf dem Video zu sehen ist, kann man damit wirklich sehr schnell nachladen.
Einerseits eine interessante Idee mit der Übersetzung, andererseits ist es doch eigentlich Unsinn, dass man heutzutage überhaupt noch von Hand repetiert, wenn man schnell schiessen will. Ich halte da eine Selbstladebüchse für sinnvoller, auch wenn diese immer noch nicht überall gern gesehen wird. Der Vorteil des Repetierers liegt lediglich in der höheren Magazinkapazität, da diese bei SLBs gesetzlich auf 2 beschränkt ist. Wenn dieses – in meinen Augen unsinnige – Verbot nicht bestünde, gäbe es überhaupt keinen Grund auf der Drückjagd einen Repetierer einzusetzen, da eine SLB immer schneller sein wird. Und auf der Ansitzjagd oder Pirsch muss ich ohnehin selten einen schnellen zweiten Schuss anbringen, da reicht mir auch ein herkömmlicher Repetierer. Und wenn doch ist eine SLB dafür mit passendem Glas im Übrigen auch nicht ungeeignet.
Insofern gilt für mich bei der der Merkel RX Helix (wie auch schon bei der Semprio von Krieghoff) schon aus theoretischer Sicht, ohne sie je in der Hand gehabt zu haben: innovatives und technisch interessantes Prinzip, jedoch ohne praxisrelevante Vorteile.
Sauer ruft Selbstladebüchse S303 zurück
Die Probleme mit der Sauer S303 hören nicht auf. Die Sauer Jagdwaffen GmbH gibt auf ihrer Internetseite bekannt, dass bei 1.454 Sauer Selbstladebüchsen des Models S303 die Schlagbolzen ausgetauscht werden müssen.
Betroffen sind nur Schlagbolzen, die seit Mai 2009 verbaut worden sind. Der Austausch des Schlagbolzens ist kostenlos und kann beim Büchsenmacher vor Ort vorgenommen werden. Nähere Informationen zur Rückrufaktion finden sich hier.
Schloss aufbrechen
Auch wenn heuzutage oftmals empfohlen wird zu ringeln, das Schloss also beim Aufbrechen noch nicht zu öffnen, um ein Austrocknen der Keulen zu verhindern, ziehe ich es vor immer noch vor, das Schloss gleich aufzubrechen.
Bei Rehwild – gerade jüngerem – geht das natürlich mit dem Jagdmesser (es sein denn es bricht kaputt, wie es mir bei Klappmessern schon ein paar mal passiert ist). Je größer und älter das Stück jedoch ist, desto schwerer fällt das Öffnen des Schlosses mit dem Messer.
Auf Drückjagden habe ich daher manchmal eine kleine Axt dabei um auch das Schloss von größerem Schalenwild aufbrechen zu können. Hierfür verwende ich eine Axt von Gerber. Sie ist nicht zu groß und schwer, aber absolut ausreichend um auch das Schloss eines großen Stückes Schwarz- oder Rotwildes knacken zu können. Das geht mit wenigen Hieben, wenn man nicht gerade danebenhackt, was gerade bei schlechten Lichtverhältnissen schon mal vorkommt. Sie hat einen gummierten Griff, so dass sie nicht aus der Hand rutscht. Für die Pirsch ist mir die Axt zu schwer, bei der Drückjagd muss ich jedoch meist nicht weit laufen, da macht das bisschen Mehrgewicht nichts aus. Außerdem hat sie noch ein kleines Backup-Messer im Griff, so etwas gefällt mir!
Gute Erfahrungen habe ich auch mit speziellen Aufbrechsägen gemacht, die einen T-förmigen Griff haben und darunter ein kurzes Sägeblatt, welches mit einem stumpfen Ende begrenzt wird, damit man nicht im Fleisch hängen bleibt.
Ich habe bisher zwei Fabrikate von Aufbrechsägen getestet, die Sagen Saw und die Gerber E-Z Saw.
Die Sagen Saw ist leider nicht rostfrei, so dass das Sägeblatt recht schnell rostet. Besser gefällt mir die Gerber, sie liegt bequemer in der Hand, die Sägezahnung ist besser und das Sägeblatt ist rostfrei. Und billiger als die Sagen ist sie auch noch.
Blockierter Lauf geplatzt
Hier sieht man, was passieren kann, wenn Schmutz oder Schnee den Lauf blockieren und der Gasdruck nicht entweichen kann. Besser einen Mündungsschutz verwenden, Finger von Latex-Handschuhen gehen ganz gut oder einfach Tesafilm, Isolierband oder Schusspflaster.
Klappmesser taugen nichts
Ok, vielleicht eine etwas pauschalierende Überschrift, aber meine Erfahrung ist nunmal: Klappmesser sind dem jagdlichen Dauereinsatz nicht gewachsen. Ich habe inzwischen ein Herbertz-Klappmesser, ein Gator von Gerber und ein Folding Field Knife (welches immerhin über 200 Euro kostet) von Kershaw kaputtgemacht, spätestens nach ein paar Jahren waren sie alle hinüber. Manche mögen die Lebensdauer für angemessen halten, wenn ein 60 Euro Messer fünf oder meinetwegen auch zehn Jahre hält, aufs Jahr umgelegt ist das natürlich auch nicht viel, aber Messer mit feststehender Klinge sind ja auch nicht teuer und halten ewig.
In der vergangenen Woche habe ich beim Aufbrechen eines älteren Bockes das Gerber Gator kaputtgemacht.
Auf den Bildern ist das ersichtlich, oben ist der Griff kaputtgebogen.
Dadurch wird die Klinge nicht mehr zuverlässig offengehalten, wenn man mit Druck versucht das Schloss aufzuhebeln.
Erkenntnisse der diesjährigen Bockjagdwoche zur Blattzeit
Mein Fazit der Bockjagdwoche in Mecklenburg:
1. Ich war wieder sehr erfolgreich, sechs Böcke und einen Frischling bei zehn Ansitzen.
2. Das Geco 10,7g Teilmantelgeschoss im Kaliber 7×64 ist für die Jagd zu weich, es zerplatzt zu stark und reißt unnötig große Löcher.
3. Ich bin bei meinen Ansitzen abends deutlich erfolgreicher als morgens, obwohl ich jeweils gleich häufig ansitze. Dies bestätigt auch mein Jagdtagebuch. In der vergangenen Woche war ich nur an einem Morgen erfolgreich, aber bei jedem Abendansitz.
Über die letzen sechs Jahre gesehen (seit dem führe ich ein elektronisches Jagdtagebuch), habe ich 69 Prozent des von mir bei Ansitz oder Pirsch erlegten Schalenwildes am Abend geschossen und nur 31 Prozent am Morgen. Dieses Phänomen gilt es noch zu ergründen.
4. Es war zu früh für Blattaktivitäten, erst zum Ende der Woche ging die Blattzeit langsam los. An sich nicht erstaunlich, letztes Jahr war aber zur gleichen Zeit schon deutlich mehr los in Sachen Blattzeit.
5. Klappmesser (zumindest alle von mir getesteten) sind dem jagdlichen Dauereinsatz nicht gewachsen. Siehe hier.
6. Die Böcke sind sehr stark dieses Jahr. Wie ich auch schon in anderen Revieren gesehen habe, scheinen die Böcke vergleichsweise kapital zu sein dieses Jahr. In anderen Jahren habe ich nur kleine, dünnstangige Böcke mit geringer Perlung gesehen und geschossen, dieses Jahr schon drei kapitale Böcke erlegt und auch die übrigen waren eher stärkere Böcke, kaum kleine “Krauter”.
Zeitschriftenartikel zur Blattjagd
Ich habe zur Vorbereitung auf die nahende Blattzeit hierzu ein paar interessante Artikel aus den Jagdzeitschriften der letzten Jahre zusammengetragen:
Hubert Demmel lieferte in Wild und Hund 14/2006 eine Blattjagdrückblende in “Überraschungen im letzten Licht“. Burkhard Winsmann-Steins ging im gleichen Heft in “Blattjagd-Konzerte” der Frage nach, wie oft man blatten sollte.
Ein Bericht über die Blattjagd 2007 im DJZ Testrevier ist zu finden in dem Artikel “Aufs Blatt gesprungen“.
Kurzweilige Blattjagderlebnisse der WuH Redakteure sind im Artikel wenn “wilde Hunde” blatten aus Wild und Hund 14/2007 zu lesen. Einen Test verschiedener Blatter auf dem Markt liefert der Artikel “Verlockende Angebote” aus der selben Ausgabe.
Hier findet sich ein Artikel von Klaus Demmel zur Frage wo, wann und wie man blattet: “Den Roten locken“.
Drückjagdoptik
Ich hatte bisher ein Zeiss Z-Point und ein Swarovski 1,5-6×42 Absehen 4 auf meiner BAR. Beides für sich Spitzenoptiken, ich möchte jetzt aber auf meiner neuen Bar Long Trac alles in einem Glas kombinieren,
1. einen Leuchtpunkt zur schnelleren Zielerfassung,
2. die Möglichkeit mit beiden Augen offen zu gucken, also unterer Vergrößerungsbereich maximal 1,25,
3. die Möglichkeit der bis zu sechsfachen Vergrößerung, da ich auch mal an der Feld-Waldkante sitze und auf 100m ein Kitz schiessen können möchte. Da ist mir eine Vergrößerung von 4x zu wenig.
Daher werde ich auf die Long Trac ein Swarovski Z6i 1-6×24 montieren lassen. Das ist nach meiner Recherche das beste (allerdings auch teuerste) Drückjagdglas auf dem Markt.
Wer sich mit einem 1-4×22 begnügen kann, kommt meiner Meinung auch mit dem Meopta Meostar mit K-Dot Absehen aus, das gibt es schon für 700 Euro. In Tests liegt zwar die Lichttransmission mal ein Prozentpünktchen hinter den Premiummarken, aber bei einem ausschliesslich tagsüber genutzen Drückjagdglas spielt das für mich keine entscheidene Rolle. Dafür kostet es nicht mal die Hälfte eines Premiumglases. Ich habe es bisher nur in Jagdgeschäften in der Hand gehabt und noch nicht in der Natur testen können, aber es scheint mir eine echte Alternative zu sein. Es ist neuerdings auch mit Zeiss Schiene erhältlich.
Selbstladebüchse Browning Bar Long Trac
Ich habe mir kürzlich als Drückjagdwaffe eine Browning (FN) Bar Long Trac im Kaliber .30-06 mit Gelan Handspannung zugelegt, da ich zu dem Schluss gekommen bin, dass diese als Drückjagdwaffe das Optimum für mich darstellt. Da ich mir darüber recht viele Gedanken gemacht hatte, will ich die Entscheidung kurz erläutern.
Mir ist klar das es unter Waidmännern erhebliche Vorbehalte gegenüber Selbstladebüchsen gibt. Wer mit einer solchen bei einer Drückjagd erscheint, wird schnell als unwaidmännischer Schiesser dargestellt. Dies halte ich jedoch für Unsinn. Unwaidmännisch kann immer nur der Schütze sein, drei Schuss in schneller Folge parat zu haben, kann alleine nichts Schlechtes sein. Es erscheint mir deutlich waidmännischer, mit einer Selbstladebüchse noch schnell einen dritten Schuss auf eine kranke Sau abgeben zu können, bevor diese das schützende Dickicht erreicht, als mit einer Doppelbüchse, bei der es erheblich länger dauert, bis man einen dritten Schuss geladen hat, die kranke Sau davonkommen zu lassen. Daher stellen für mich Selbstladebüchsen das Optimum in Sachen Drückjagdwaffe dar.
Vorher hatte ich eine BAR I in .300 Win Mag. An der hat mich jedoch gestört, dass
1. der Verschluss nur offen gehalten werden konnte, wenn der letzte Schuss raus war und das leere Magazin ihn blockierte,
2. das Magazin nur herausschwenkbar war (bzw. dann auch komplett entnehmbar, aber eben kein Steckmagazin)
3. die Hülsen manchmal (bei höherem Verschmutzungsgrad der Waffe) nicht komplett ausgeworfen wurden, sondern mit dem hinteren Teil zwischen Verschluss und Auswurffenster festklemmten.



Die Bar Long Trac hat einen Verschlussfang und ein Steckmagazin, was ein Magazinwechsel/Nachladen gegenüber einem Schwenkmagazin erleichtert. Die Bar II hat auch den Verschlussfang, aber noch das Schwenkmagazin, es gibt aber auch ein Umrüstkit auf Steckmagazin.
Die Bar ist eine der bewährtesten und meistverkauften SLBs der Welt.
Kaliber
An sich ist mir die .300 Win Mag lieber als die .30-06, weil sie deutlich rasanter ist und ich mir damit weniger Gedanken über den Vorhaltewinkel machen muss. Der Vorteil der .30-06 liegt allerdings darin, dass sie
1. keinen Gürtel hat (das Auswurfproblem soll wohl vor allem bei Gürtelhülsen aufgrund der Hecklastigkeit auftreten),
2. billigere Übungsmunition verfügbar ist (für die .300 Win Mag gibt es kaum Munition unter 35 Euro, für die .30-06 gibt es Cineshot für 15 Euro),
3. weniger unter der kurzen Lauflänge von 51 cm “leidet”.
Die 9,3×62 wäre grundsätzlich auch eine interessante Alternative, sie hat keinen Gürtel, kommt mit dem kurzen Lauf gut zurecht, ist aber langsamer als die .30-06 und die Munition teurer. Aber immerhin ist Cineshot verfügbar, wenngleich auch nicht ganz so günstig wie für die .30-06.
Desweiteren erhoffe ich mir auch eine höhere Wildbretschonung vom Kaliberwechsel. Die .300 WinMag ist so stark, dass das eine oder andere Kitz mit der Erlegung auch schon aufgebrochen war. Dies ist aber natürlich vor allem eine Frage des Geschosses, nicht des Kalibers. Teilmantelgeschosse auf schwaches Rehwild sind sicher nicht optimal, bei der neuen Waffe werde ich das recht harte Kupferjagdgeschoss von Möller verwenden.
Handspannung
Neben der Sauer 303 gibt es meines Wissens nach keine weitere SLB mit Handspannung. Die Sauer 303 war mir zu teuer, selbst wenn die Magazine funktionieren würden, was derzeit noch nicht der Fall ist. Dennoch wollte ich gerne eine SLB mit Handspannung haben. Dies liegt daran, dass ich die Waffe auch mal als Durchgehschütze oder auf der Pirsch verwenden möchte und die Bar normalerweise nur eine nicht sehr vertrauenserweckende Druckknopfsicherung im Abzugsbügel hat. Nur mit dieser gesichert möchte ich nicht mit einer geladenen Waffe auf der Schulter rumlaufen, wenn man sie unterlädt hat man aber nur noch einen Schuss in Reserve, daher habe ich mir die Bar mit Gelan Handspannung gekauft, so kann ich sie dreischüssig sicher führen. Ich glaube die Bar mit Handspannung wurde in Deutschland nur von Frankonia vertrieben, auf dem Gebrauchtmarkt ist sie jedenfalls sehr selten, man kann die Handspannung aber auch nachrüsten.
Wenn man die SLB nur auf dem Stand lädt, sichert und in die Ecke stellt, braucht man natürlich keine Handspannung, wenn man die Waffe wie ich auch mal auf der Schulter mit sich rumtragen möchte ist das aber eine sehr beruhigende Zusatzfunktion.
Eine Marktübersicht verschiedener Selbstladebüchsen aus 11/2007 findet sich hier.
Nachtrag: Der aktuellen Wild und Hund (Heft 21/2009) liegt ein Sonderdruck mit einem Vergleichstest von neun Selbstladebüchsen bei.
Sitzkissen
Früher war das Sitzkissen in meinem Jagdrucksack grün, so wie auch der Rest meiner Ausrüstung. Nachdem ich jetzt ein paarmal auf dem Hochsitz vergessen habe, verwende ich jetzt ein rotes oder orangefarbenes Sitzkissen. Dies fällt mir beim Verlassen des Hochsitzes viel eher ins Auge, so dass ich es noch nie vergessen habe. Und sind wir mal ehrlich, das Wild sieht’s eh nicht, die Farbe ist also völlig egal!
Neuerdings verwende ich ein selbstaufblasendes Sitzkissen von Globetrotter, dass nur fünf Euro gekostet hat. Es ist auf der einen Seite orange, auf der anderen blau und funktioniert wie eine Therm-a-Rest Matte. Es lässt sich daher sehr klein zusammenrollen und nimmt im Rucksack kaum Platz weg. Anders als ein Kissen aus Filz saugt es sich auch nicht voll wenn es nass wird.
Update: Meines gibt es wohl derzeit nicht mehr bei Globetrotter, aber ein sehr ähnliches in hellgrün (Mist, doch wieder grün
), ist hier zu finden.
