Posts Tagged ‘Blattjagd’

Erster Bock ohne Ausschuss

Mittwoch, Juli 22, 2009
geschrieben von magnus

Nachdem ich Sonntag abend und Montag nicht rausgehen konnte, war ich gestern wieder im Revier. Morgens war nicht viel los, aber abends hatte ich erst Rotwild vor (zwei Alttiere mit Kälbern) und habe später sogar noch einen Bock geschossen.
Ich saß auf einer Kanzel im Bestand, 70m von der Feldkante entfernt. Ich hatte diesen Sitz gewählt, weil ich in den Nähe Plätzstellen gefunden hatte und die Chance bestand, dass Rotwild in Anblick kommen würde. Dies hat sich ja auch bestätigt, nur war es nicht frei.

Gegen 21.30 stand dann plötzlich der Bock auf dem Weg und zog langsam Richtung Feldkante. Da der Bock sich weiter von mir entfernte und es durch die steigende Anzahl der zwischen uns liegenden Bäume daher immer schwerer wurde, den Bock in einer Lücke freizubekommen, ließ ich ein paar Töne aus dem Hubertus Fiepblatter erklingen. Doch die Reaktion erstaunte mich zunächst.
Zuerst dachte ich, der Bock würde abspringen, sah dann aber, dass er einen Bogen lief und wieder näher kam. Ich vermute er wollte sich Wind holen. So stand er plötzlich windabwärts von mir und zog in meine Richtung. Ich wusste ich musste handeln, oder er würde mich winden und abspringen. So ließ ich bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit, als das Blatt zwischen ein paar Bäumen kurz sichtbar wurde, die Kugel aus dem Lauf.

Das 10,7g Geco Teilmantelgeschoss traf den Bock gemäß Haltepunkt halbspitz vorne auf dem rechten Blatt. Einen Ausschuss gab es nicht! Das war das erste Mal bei ca. 75 von mir mit der 7×64 erlegten Rehen, dass ich keinen Ausschuss hatte. Ich habe immer weiche Geschosse wie das 8g KS, 10,5g TIG, 11,5g TIG von RWS und das 10,7g TM von Geco verwendet, einen Ausschuss hatte ich bisher immer. Klar, der Weg diagonal durch den Wildkörper ist lang, aber letztes Jahr hatte ich bei einem vergleichbaren Schuss mit dem 11,5g TIG auch Auschuss.  Das Teilmantelgeschoss scheint aber so weich zu sein, dass es sich unter Energieabgabe fast komplett zerlegt und dann kein Ausschuss mehr erfolgt. Ich konnte leider keinen Geschossrest finden. Jedenfalls war das linke Innenfilet einmal mittig zerschitten, sei es durch einen Geschosssplitter oder den Restbolzen.

Auf den Fotos ist auch die großflächige Zerstörung der Rippen auf der Einschussseite zu erkennen, das Herz war kaputt, Lunge natürlich auch und das Zwerchfell durchtrennt. Dass der Bock damit keinen Meter mehr ging, war daher naheliegend.

Bock ist tot, Bock ist tot, einen Bock den schiess ich gern …

Sonntag, Juli 19, 2009
geschrieben von magnus

… sechs Enden trägt sein Gehörn. Halali!

Nach dem sehr erfolreichen Auftakt konnte ich gestern abend konnte ich kurz vor Ende Büchsenlicht gegen 21.45 auf 120m einen weiteren Sechser erlegen. Ich hatte den ganzen Abend eine Ricke mit Kitz sowie zwei einzelne Kitze vor und konnte Böcke nur in großer Entfernung beobachten, als um viertel nach neun dieser Bock austrat. Er verschwand jedoch schnell wieder hinter einer Buschgruppe und liess sich auch von meinem Blattkonzert nicht beeindrucken. Es scheint noch zu früh zu sein dieses Jahr, die Blattzeit hat noch nicht richtig begonnen. Um viertel vor zehn stand er dann plötzlich wieder draussen. Ich hatte ihn schon vorher als alten Sechser angesprochen, so dass ich mich gleich fertig machte und schoss als er breitstand. Ich bin eher tief und etwas weit hinten abgekommen. Der Bock zeichnet deutlich und verschwand gekrümmt wieder hinter der Buschgruppe. Dort fand ich ihn kurz darauf verendet etwa 10m vom Anschuss entfernt.
Das Geco Teilmantelgeschoss scheint gewaltig aufgegangen zu sein, der Ausschuss ist riesig und das Gescheide hing halb raus.

Das fängt ja gut an!

Samstag, Juli 18, 2009
geschrieben von magnus

Meine Bockjagdtage in Mecklenburg hatten einen fulminanten Start. Gestern abend fand der erste Ansitz statt und ich konnte noch vor Erreichen meines Hochsitzes einen starken Rehbock strecken.
Ich plante an einer langen Schneise im Wald anzusitzen, an der etwa alle 120-150 Meter ein Drückjagdbock steht. Ich wollte auf den zweiten Sitz, weil auf seiner Höhe auch noch eine Schneise im rechten Winkel abgeht, so dass man von dort ein größeres Sichfeld hat. So liess ich mich am oberen Ende der Schneise absetzen und pirschte runter zum ersten Hochsitz. Es war sehr schwül und um die 25 Grad warm. Als ich um die Ecke kam, sah ich schon mit bloßem Auge auf etwa 130m, kurz hinter dem zweiten Hochsitz, einen Bock stehen. Mein Fernglas war noch im Rucksack, so dass ich gleich durchs Zielfernrohr blickte und sah, dass es ein kapitaler Bock war. Daher stieg ich schnell und ohne meinen Rucksack auf den ersten Sitz. Der Bock stand breit auf der Schneise, also fackelte ich nicht lange, legte auf der Brüstung an und schoss. Das 10,7 Gramm Geco Teilmantel aus meiner 7×64 traf den Bock tiefblatt. Er machte einen Satz in die Luft und sprang dann nach rechts ab, wenige Sekunden später sah ich ihn aber schon wieder von rechts nach links über die Schneise zurücktaumeln und am linken Dickungsrand umfallen. Fluchtstrecke also etwa 10m, Entfernung vom Anschuss aber nur 3.

Da ich sehen konnte, wie der Bock taumelte und umfiel, wartete ich auch nicht lange und ging zum Bock. Vor mir lag ein starker Sechser, mit langen Enden, großen Dachrosen und ordentlicher Perlung! Es waren gerade mal fünf Minuten vergangen, seit ich das Auto verlassen hatte. Im weiteren Verlauf des Ansitzes – dann auf dem zweiten Hochsitz, bei dem der Bock lag – konnte ich neben weiterem Rehwild auch noch Rotwild und Sauen beobachten. Es scheint eine spannende Jagdwoche zu werden…

Ich bin dann mal weg

Freitag, Juli 17, 2009
geschrieben von magnus

Ich bin für ein paar Tage in Mecklenburg zur Blattjagd. Ich hoffe mit vielen neuen Jagderlebnissen und Streckenbildern wie diesem hier zurückzukommen :-)

strecke

Zeitschriftenartikel zur Blattjagd

Montag, Juli 13, 2009
geschrieben von magnus

Ich habe zur Vorbereitung auf die nahende Blattzeit hierzu ein paar interessante Artikel aus den Jagdzeitschriften der letzten Jahre zusammengetragen:

Hubert Demmel lieferte in Wild und Hund 14/2006 eine Blattjagdrückblende in “Überraschungen im letzten Licht“. Burkhard Winsmann-Steins ging im gleichen Heft in “Blattjagd-Konzerte” der Frage nach, wie oft man blatten sollte.

Ein Bericht über die Blattjagd 2007 im DJZ Testrevier ist zu finden in dem Artikel “Aufs Blatt gesprungen“.

Kurzweilige Blattjagderlebnisse der WuH Redakteure sind im Artikel wenn “wilde Hunde” blatten aus Wild und Hund 14/2007 zu lesen. Einen Test verschiedener Blatter auf dem Markt liefert der Artikel “Verlockende Angebote” aus der selben Ausgabe.

Stürmischer Jährling

Montag, September 1, 2008
geschrieben von magnus

Am Samstag morgen, den 19.07.2008 konnte ich noch einen weiteren Bock erlegen. Ich saß auf dem abgebildeten sehr offenen Drückjagdbock, auf dem kein Sitzbrett mehr vorhanden war. So setzte ich mich einfach auf die Standfläche und stütze die Beine auf einer der Sprossen der Leiter ab.
Ich hatte in der Wiese einen Sechser beobachtet, bei dem eine Ricke stand und der mehrfach einen aufdringlichen jungen Spießer zu vertreiben hatte, der wohl auch Interesse an der Ricke hatte.

So versuchte ich mit einem kleinen Konzert aus meinem Gummiblatter einen Kitzfiep nachzuahmen, um die Ricke zum zustehen zu bewegen, in der Hoffnung, dass diese den alten Bock im Schlepptau mit sich bringen würde. Doch überraschenderweise kam auf das Fiepen vor allem der junge Spießer schnurstracks auf mich zu. Hatte ich statt eines Kitzes ein schmachtendes Schmalreh nachgeahmt und die junge Bock sah hier seine Chance? Gut, dachte ich mir, dann eben Entnahme in der Jugendklasse statt Ernte eines reifen Sechsers. Als der Bock, nach seinem Schmalreh suchend,  breit und im hohen Gras halbwegs frei stand, schoss ich ihm auf eine Entfernung von etwa 20m sitzend freihändig mit der 7×64 und dem 11,5g TIG Geschoss hinters rechte Blatt. Stark zeichnend sprang der Bock noch etwa 15m ab, um dann nach kurzen Schlegeln zu verenden.

Vom Anschuss aus führte eine Schweissfährte wie aus der Giesskanne zu Bock. Kein Wunder, bei dem etwa faustgroßen Ausschuss, den der Bock hatte. Vor mir lag ein Jährling mit etwa lauscherhohen Spießen mit einer angedeuteten Gabelung.

Der Buttolo Gummiblatter

Montag, August 4, 2008
geschrieben von magnus

Ich benutze seit einigen Jahren bei der Rehbockjagd in der Blattzeit den Buttolo Gummiblatter mit großem Erfolg.

Gerade im Waldrevier bekommt man die Böcke nach meiner Erfahrung selten zu Gesicht, in der Blattzeit sind sie aber sehr aktiv und springen hervorragend aufs “Blatt”, in diesem Fall also auf den Gummiblatter, sofern man ihn richtig einzusetzen weiss.

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Ich blatte meistens nach der dem Buttolo Gummiblatter beiliegenden Empfehlung, allerdings nichts so starr nach der Uhr, wie dort vorgesehen, da mir dies zu unnatürlich erscheint. Für den Kitzfiep werden dort zwei Rufserien mit je fünf Einzelrufen und wechselnder Lautstärke vorgeschlagen. Zwischen den Einzelrufen liegen Rufpausen von zwei bis drei Sekunden, zwischen der Rufserien Beobachtungspausen von ca, 20 – 30 Sekunden. Wichtig ist es, nach dem letzten Blatten noch mindestens eine halbe Stunde auf dem Sitz zu bleiben, da sonst oftmals beim Abbaumen Böcke vertreten werden, die sehr vorsichtig waren und sich nur verhalten genähert haben.

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Ich habe nach Auswertung meines Jagdtagebuches in der Blattzeit am Abend häufiger Erfolg gehabt als in den frühen Morgenstunden. Viele blatten auch am späteren Vormittag oder frühen Nachmittag mit großem Erfolg. Dies habe ich noch nicht ausgiebig genug getestet, um mir hierüber ein Bild machen zu können.

Alles in allem bin ich mit dem Buttolo Gummiblatter sehr zufrieden. Seine Handhabung ist sehr leicht und die Gefahr einen falschen Ton hervorzubringen gering. Das fiepen ist allerdings sehr hoch. Wenn man den vorderen Ball abnimmt, kann man an der darunterliegenden Schraube jedoch die Tonhöhe variieren und so auch den Rickenfiep hervorbringen.

Sechser in der Blattzeit

Donnerstag, Juli 31, 2008
geschrieben von magnus

Hier der Abschussbericht eines weiteren Sechsers, den ich in der Blattzeit 2008 erlegen konnte. Der 3-4 jährige Bock kam etwa 10 Minuten nach einer längeren Blattserie. Er kam weder stürmisch noch besonders zielstrebig auf meinen Hochsitz zu, jedoch konnte ich eindeutig feststellen, dass er die Quelle der Blattlaute suchte.

Als er auf etwa 70m breit stand, schoss ich mit meiner bewährten 7×64 und dem 11,5g TIG Geschoss hinter das Blatt. Der Bock verendete nach kurzem Schlegeln am Anschuss. Die Wirkung der RWS Werksladung war mal wieder hervorragend, auch wenn der Schuss eigentlich etwas zu weit hinten saß. Der Bock stand doch schräger als ich gedacht hatte, wie ich beim Betrachten des Ausschusses feststellen musste.

Gerade im Waldrevier wie diesem bewährt sich das Blatten für mich sehr. Ich denke viele Böcke hätte ich ohne meinen Blatter nie zu Gesicht bekommen.

Zwei auf einen Streich

Dienstag, Juli 29, 2008
geschrieben von magnus

Neulich Abend konnte ich von meinem Hochsitz direkt vor mir eine Ricke mit zwei Kitzen beobachten. Ein toller Anblick! Später sah ich in einiger Entfernung, wie ein Sechser eine Ricke trieb. Ich schnappte mir mein Dreibein und pirschte näher ran. Ich hatte außer dem hohen Gras und Brennesseln keinerlei Deckung, doch hatte ich meinen Tarnanzug an, so dass ich mir wenig Sorgen machte gesehen zu werden. Der Bock hatte außerdem besseres zu tun als auf mich zu achten. So kam ich auf 80m heran und fiepte ein wenig. Der Bock verhoffte und ich ließ bei passender Gelegenheit das 11,5g Geschoss aus meiner auf dem Dreibein aufgelegten 7×64 fliegen. Der Bock verendete auf der Stelle. Es war genau 21h.

Ich wollte noch ein paar Minuten warten bevor ich zum Bock ging, da sah ich aus dem Augenwinkel eine Bewegung. Ein Spießer kam von der Seite direkt auf mich zu. Er musste das Fiepen vernommen haben und suchte nach dem Urheber. Der Knall schien ihn nicht im geringsten gestört zu haben. So ließ ich das Dreibein stehen und schoss auch den Spießer auf eine Entfernung von etwa 70m leicht spitz von vorn. Trotz – wie ich später feststellte – gutem Treffersitz, der Einschuss saß vor dem Blatt, der Ausschuss gegenüber etwa mittig auf dem Wildkörper, sprang der Bock ein paar mal auf und ab wie eine Gazelle, lief noch etwa 30m und tat sich dann nieder. Ich gab ihm etwas Zeit und versorgte zunächst das erste Stück. Als ich dann hinging war er bereits verendet.

Sechser im letzten Büchsenlicht

Donnerstag, Juli 24, 2008
geschrieben von magnus

Für die letzte halbe Stunde Büchsenlicht wechselte ich noch einmal den Blattstand. Nachdem ich fünf Minuten still saß, ließ ich mit meinen Buttolo Gummiblatter die erste Strophe erklingen. Schon nach Sekunden hörte ich ein Stück Wild heranpreschen. Vorsichtig lugte ich über die Kanzelbrüstung uns sah direkt unter mir eine Ricke, die wohl nach ihrem Kitz Ausschau hielt. Sie lief unter meinem Hochsitz hin und her. Ich blieb still sitzen. Auf einmal sah ich noch ein weiteres Stück vor meinem Hochsitz. Ein kapitaler Sechser! Ich ging vorsichtig in Anschlag und schoss auf etwa 25m mit der 7×64, 11,5g TIG, hinters Blatt. Es war 21:45h. Der Bock zeichnete nicht und sprang sofort ab. Da das Unterholz sehr dicht war, konnte ich ihn nicht mehr sehen, aber ich hörte es in einiger Entfernung rascheln.

Am Anschuss war reichlich Schweiss und ich konnte der Schweissfährte im Licht meiner Taschenlampe ohne Hund folgen. Nach etwa 40m Fluchtstrecke fand ich den Bock, ein etwa 5-jähriger Sechser!