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Bock und Schmalreh
Heute morgen saß ich auf einem Hochsitz an einer Wiese mitten im Wald. Schon früh trat ein Schmalreh aus und tat sich etwa 30 Meter vom Waldrand entfernt nieder. Gut dachte ich, jetzt habe ich einen Lockvogel.
Und tatsächlich, nach etwa einer Stunde trat kurz hinter dem Schmalreh ein Bock aus. Ich erkannte durch das Fernglas sofort, dass es sich um einen starken Sechser handelte, zwar nicht mit übermäßig langen Stangen, aber stark geperlt, und “knuffig”. Er zog langsam an der Waldkante entlang. Da mein Sitz nicht vollständig freigeschnitten war, wusste ich, dass er sich bald aus meinem Blickfeld entfernen würde. Daher musste ich schnell handeln.
Als der Bock breit stand, schoss ich. Er fiel sofort um, schlegelte nur noch kurz und war verendet. Die Entfernung hatte 65 Meter betragen.
Das Schmalreh, das auch nicht viel weiter entfernt war, lies sich durch den Schuss nicht im geringsten stören. Es stand nicht einmal auf. Also wartete ich.
Nach einer halben Stunde stand es dann doch auf und begann zu äsen. Als es breit stand, krümmte ich den Finger. Auch das Schmalreh verendete am Anschuss.
Schmalreh im Sonnenschein
Nach dem regnerischen Ansitz des Vortages freute ich mich Sonntag am Abend über das herrlich sonnige Wetter. Daher ging ich schon früh raus auf den Hochsitz, da ich hoffte, dass auch das eine oder andere Reh die Sonne würde geniessen wollen. So kam es auch. Ich saß kaum 20 Minuten, da raschelte es hinter mir im Bestand und eine Ricke sowie ein Schmalreh kamen auf die Wiese. Das Schmalreh war gerade einmal 15 Meter von mir entfernt. Vorsichtig spannte ich die Handspannung meiner Bar Longtrac und ging in den Anschlag. Ein paar Minuten lang zeigte sich das Schmalreh nur von hinten, dann stand es endlich breit und ich konnte um viertel nach sieben schiessen.
Da ich die Abweichung der Visierlinie von der Geschossflugbahn bei der geringen Entfernung nicht berücksichtigt hatte, traf ich etwas tief. Das Stück lag trotzdem im Knall. Die V0 von 1.007 m/s des KJG in .30-06 hauen schon gut hin. Allerdings stand das Schmalreh wohl doch noch etwas schräg, denn ich traf auf der Ausschussseite das Blatt, welches einige Zerstörung aufwies. Ich hab’s beim Zerwirken weggeschmissen, auch wenn man noch ein bisschen davon hätte retten können. Aber am Blatt eines 10kg Rehs ist ohnehin nicht viel dran.
Krankes Schmalreh
Am Samstag Abend hatte ich mal wieder schon auf dem Weg zum Ansitz Erfolg. Der Pirschpfad zum Hochsitz führt etwa 300 Meter durch den Bestand, dann kommt man auf eine Wiese an deren Rand man noch etwa 50 Meter entlanggeht zum Hochsitz. Doch so weit kam ich diesmal garnicht. Als ich an den Waldrand kam, sah ich direkt ausserhalb des Bestandes, nur etwa 40 Meter vor mir, ein Schmalreh in der Sonne äsen. Es hatte wohl das Rascheln des trocknen Laubes vernommen, dass ich beim Gehen verursacht hatte, denn es sicherte zu mir zurück. Ich blieb regungslos stehen. Da das Schmalreh in der Sonne stand und ich im Schatten und da ich natürlich Realtree-Tarnkleidung trug, konnte es mich wohl nicht sehen. Der Wind stand auch günstig von links, so dass es nach ein paar Minuten weiteräste und ich mich bis zur letzten Eiche am Waldrand vorschleichen konnte.
An die Eiche angebackt wartete ich nun darauf, dass das Schmalreh sich breit stellte, denn einen texanischen Herzschuss spitz von hinten durch das Weidloch wollte ich nicht anbringen. Das Stück zog langsam weiter nach vorne, ohne mir jemals die Breitseite zu zeigen. Ich versuchte selbst ein paar Schritt zur Seite zu gehen und an einem großen Stein schräg vor mir anzubacken, doch das Rascheln der Blätter war zu laut und das Schmalreh sicherte schon wieder zu mir zurück, so dass ich zurück zur Eiche kam, weil mir das Risiko, dass es mich wahrnimmt und abspringt, zu groß war.
Irgendwann, nach dem ich mehrere Minuten im Anschlag gewartet hatte, machte das Stück mit den Vorderläufen einen kleinen Schritt nach rechts, so dass ich spitz von hinten hinter das Blatt schiessen konnte.
Das Stück machte auf der Stelle “down”. Der Einschuss des 19g TUG Geschosses aus der 9,3×62 saß rechts hinter dem Blatt und der Ausschuss vorne links neben dem Stich.
Das Stück war sehr abgekommen, man konnte die eingefallenen Flanken sehen, die Wirbelsäule stand deutlich hervor und der Spiegel war ganz verschmutzt. Insofern ein guter Hegeabschuss!
Ein Schmalreh
Nachdem der Abend mir keinen jagdlichen Erfolg gebracht hatte, saß ich am folgenden Morgen erneut auf der überdachten Leiter an, in der Hoffnung einen weiteren Knopfbock oder ein Schmalreh erlegen zu können.
Nachdem der Morgen zunächst sehr nebelig war und ich die erste Stunde fast garnichts sehen konnte, verzog sich der Nebel mit der aufgehenden Sonne und gab mir den Blick auf die umliegenden Wiesen frei. Rechts konnte ich in der Entfernung zwei kantige Ricken sehen, die wohl kurz vor dem Setzen sein mussten, denn sie sahen aus als würden sie fast platzen.
Dann zogen mir gegenüber auf etwa 200m eine Ricke und ein Schmalreh in die Wiese und ästen langsam weiter in meine Richtung.
Als wie auf etwa 100 m herangekommen waren, und das Schmalreh einigermaßen breit stand, kam ich mit der .308 zu Schuss. Nach deutlichen Zeichnen und einer Fluchtstrecke von etwa 15m fiel das Schmalreh um und verendete. Die Ricke sprang zunächste 50m ab, blieb dann aber stehen sicherte zurück. Als sie nach etwa 10 Minuten immer noch nicht abspringen wollte, baumte ich dennoch ab und ging zum Stück.
Der Schuss saß gemäß gewähltem Haltepunkt (weil ich eingeladen war wollte ich Wildpretentwertung vermeiden) etwa 15cm hinter dem Blatt, der Ausschuss – da das Stück leicht schräg stand – direkt hinter dem Blatt gegenüber. Die Wirkung des Winchester 11,7g Silvertip war nicht zu beanstanden.
Das Schmalreh wog aufgebrochenen 11 Kilogramm.
